Wie unser Planungstag zur gemeinsamen Haltung führte- ein Symbolbild
Categories Allgemein, Bewegung für Kinder

Barfuß durch den Kita-Alltag – Teil 2: Wie unser Planungstag zur gemeinsamen Haltung führte

Unser Planungstag – Wissen vertiefen und Erfahrungen austauschen

Der Planungstag begann mit einem offenen Einstieg in das Thema: Warum ist Barfußlaufen für Kinder so bedeutsam? Welche Erfahrungen haben wir selbst gemacht? Und welche Beobachtungen kennen wir aus unserem Kita-Alltag?

Ein besonderes Highlight war ein Warm-up mit der Frage:
„Was können meine Füße?“

Durch kleine praktische Übungen wurde uns bewusst, wie sensibel und leistungsfähig unsere Füße sind. Ergänzt wurde dieser Einstieg durch Filmausschnitte und Fachtexte, die die gesundheitlichen und entwicklungsfördernden Aspekte des Barfußlaufens verdeutlichten.

In Kleingruppen reflektierten wir anschließend gemeinsam zu diesen Fragen:

  • Welche Erfahrungen haben wir selbst mit Barfußlaufen gemacht?
  • Welche Beobachtungen kennen wir aus unserem Kita-Alltag?
  • Welche Chancen bietet Barfußlaufen für die kindliche Entwicklung?
  • Welche Fragen und Unsicherheiten bestehen?

Dieser offene Austausch ermöglichte eine differenzierte und professionelle Auseinandersetzung mit dem Thema.

Extra für dein Team: Vertiefungsimpuls als PDF-Download

Manche Themen brauchen mehr als ein Gespräch – sie brauchen Raum zum Erleben.

Deshalb haben wir für dich einen weiterführenden Teamimpuls entwickelt, den du ganz unkompliziert in eurem nächsten Teammeeting einsetzen kannst. In dieser Übung geht es darum, die eigene Haltung zum Thema Barfußlaufen nicht zu zerdenken, sondern ins Spüren, Wahrnehmen und Erleben zu kommen.

Durch die gemeinsame Erfahrung aus diesem Impuls geht ihr fokussiert und achtsam weiter in die Planung und den fachlichen Austausch an eurem Planungstag.

Die vollständige Übung stellen wir dir als kostenfreies PDF zur Verfügung.

Vielleicht wird auch bei euch aus einer Idee ein gemeinsamer Weg.

👉 Den Teamimpuls findest du hier als Download.

Chancen erkennen und Bedenken ernst nehmen

Im gemeinsamen Austausch wurde deutlich, wie viele positive Aspekte das Barfußlaufen mit sich bringen kann. Besonders hervorgehoben wurden:

  • die Förderung der Körper- und Selbstwahrnehmung
  • die Stärkung der Sinneswahrnehmung
  • die Unterstützung der natürlichen Bewegungsentwicklung
  • das bewusste Erleben des eigenen Körpers

Gleichzeitig wurden auch wichtige Fragen gestellt:

  • Wie gehen wir mit hygienischen Aspekten um?
  • Wie können wir Sicherheit gewährleisten?
  • Was bedeutet dies für unsere Vorbildfunktion als pädagogische Fachkräfte?
  • Wie können wir alle Kinder achtsam begleiten, auch jene, die zunächst unsicher sind?

Diese Fragen waren Ausdruck professioneller Verantwortung. Sie halfen uns, das Thema differenziert zu betrachten und tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Planungstag Flipchart

Denn pädagogische Weiterentwicklung bedeutet nicht, Bedenken zu vermeiden – sondern sie gemeinsam zu reflektieren. An dieser Stelle haben wir besonders gemerkt: Pädagogische Qualität entsteht dort, wo Reflexion, Offenheit und fachliche Orientierung zusammenkommen.

Eine gemeinsame Entscheidung – getragen vom Team

Durch den offenen Austausch entstand Schritt für Schritt eine gemeinsame Haltung. Wir erkannten, dass Barfußlaufen eine wertvolle Möglichkeit bietet, Kinder in ihrer körperlichen und gesundheitlichen Entwicklung zu unterstützen.

Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig klare Strukturen, Transparenz und eine achtsame Umsetzung sind.

Der Planungstag war deshalb weit mehr als eine organisatorische Vorbereitung – er war ein gemeinsamer Lernprozess. Er stärkte unsere fachliche Sicherheit, unser Vertrauen ineinander und unser gemeinsames pädagogisches Verständnis.

So entstand aus einer Idee ein gemeinsamer Weg.

Fazit: Gemeinsam neue Wege gehen

Die Entscheidung, Barfußlaufen in unseren Kita-Alltag zu integrieren, war kein spontaner Schritt – sondern das Ergebnis eines gemeinsamen fachlichen Prozesses.

Durch Information, Austausch und Beteiligung entstand eine gemeinsame pädagogische Haltung, die von Vertrauen und Professionalität geprägt ist.

Dieser Weg hat uns einmal mehr gezeigt: Wenn Teams gemeinsam reflektieren, entstehen nicht nur neue Ideen, sondern auch neue Möglichkeiten, Kinder in ihrer Entwicklung achtsam und gesundheitsorientiert zu begleiten.

Denn Gesundheitsprävention beginnt nicht mit Maßnahmen – sondern mit einer Haltung.

Und manchmal beginnt sie mit einem einfachen Schritt. Barfuß.

Im nächsten Blogartikel tauchen wir gemeinsam in die Umsetzung in der Praxis ein. Entdecke gemeinsam mit uns erste Erfahrungen und Beobachtungen und erhalte einen Praxisimpuls, den du direkt mit den Kindern in deiner Kita oder FZ umsetzen kannst.

Euer Team von KitaKosmos

Michaela & Elena

Kinder laufen Barfuß im Kitaalltag
Categories Allgemein

Barfuß durch den Kita-Alltag – Teil 1: wie aus einer Idee ein gemeinsamer Weg wurde

Gesundheitsprävention beginnt bei uns im Team

Kinder entdecken ihre Welt mit dem ganzen Körper – und ihre Füße spielen dabei eine besondere Rolle. Sie tragen, balancieren, spüren und geben Rückmeldung über den Untergrund. Lange bevor Kinder bewusst über ihren Körper nachdenken, erleben sie ihn über Bewegung und Berührung. Diese unmittelbaren Sinneserfahrungen stärken nicht nur die Körperwahrnehmung, sondern auch Selbstvertrauen, Gleichgewicht und Wohlbefinden.

Im Kita-Alltag begleiten wir Kinder auf diesem Weg jeden Tag. Dabei stellt sich immer wieder die Frage: Wie können wir ihre gesunde Entwicklung noch bewusster unterstützen? Aus dieser Haltung heraus entstand in unserem Team eine Idee, die uns auf einen spannenden gemeinsamen Weg geführt hat – das Barfußlaufen als festen Bestandteil unseres pädagogischen Alltags zu etablieren.

Inspiration aus der Praxis – wenn neue Perspektiven entstehen

Durch die langjährige Zusammenarbeit mit ProEntspannung und den fachlichen Austausch mit Michaela Schrandt-Reitz wurde unser Blick erneut auf die Bedeutung von Körperwahrnehmung und Gesundheitsprävention gelenkt. Angebote wie Fantasiereisen oder Autogenes Training hatten bereits gezeigt, wie wertvoll bewusste Körpererfahrungen für Kinder sind.

In diesen Gesprächen rückte ein scheinbar selbstverständlicher, aber oft unterschätzter Aspekt in den Mittelpunkt: das Barfußlaufen.

Uns wurde bewusst, wie sehr Kinder davon profitieren, ihre Füße frei zu bewegen und den Boden direkt zu spüren. Barfußlaufen ermöglicht unmittelbare Sinneserfahrungen, unterstützt die natürliche Entwicklung des Fußes und stärkt die Verbindung zum eigenen Körper.

Mit dieser neuen Perspektive entstand der Wunsch, diesen Impuls nicht nur punktuell, sondern nachhaltig in unseren Kita-Alltag zu integrieren.

Das Team auf den Weg mitnehmen – eine gemeinsame Grundlage schaffen

Uns war schnell klar: Eine solche Veränderung kann nur gelingen, wenn sie vom gesamten Team getragen wird. Pädagogische Qualität entsteht durch die Menschen, die täglich mit den Kindern arbeiten. Deshalb war es uns besonders wichtig, alle Kolleginnen und Kollegen von Anfang an aktiv einzubeziehen.

Im Vorfeld organisierten wir einen Planungstag, der Raum für Information, Austausch und gemeinsame Entscheidungsfindung bot. Zur Vorbereitung gehörten unter anderem:

  • das Zusammenstellen von Fachliteratur und Informationsmaterial
  • die Klärung von Vorgaben und Richtlinien
  • die frühzeitige Information des Teams über Inhalte und Ziele
  • die Bildung eines kleinen Planungsteams, das den Prozess begleitete

Diese sorgfältige Vorbereitung ermöglichte es allen Teammitgliedern, sich fachlich einzubringen und eigene Gedanken zu entwickeln.

Denn Beteiligung bedeutet mehr als Mitbestimmung – sie schafft Verständnis, Vertrauen und eine gemeinsame pädagogische Haltung.

Im nächsten Blogartikel nehmen wir dich mit hinter die Kulissen unseres Planungstages. Du erfährst, wie wir das Thema gemeinsam im Team erarbeitet haben, welche Fragen uns bewegt haben und welche wertvollen Erkenntnisse wir aus diesem Prozess gewinnen konnten. Manchmal entstehen aus einem offenen Austausch nicht nur neue Ideen, sondern auch eine gemeinsame Haltung, die nachhaltig wirkt. Sei gespannt auf die nächsten Schritte unserer Reise.

Euer Team von KitaKosmos – Michaela und Elena

 

Von Kastanien verzaubert-Die Kastanienschlange
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Von Kastanien verzaubert – wie eine Schlange die Sinne weckt

Naturmaterialien neu erlebt – mit allen Sinnen

Kinder lernen die Welt durch Berührung kennen. Lange bevor Sprache entsteht, wird die Umgebung ertastet und gespürt. Dieses taktile Erleben stärkt nicht nur die Körperwahrnehmung, sondern eröffnet auch Zugänge zur Fantasie und zu sozialen Kontakten. Und: Die Bedeutung von Berührung hört nicht in der Kindheit auf – sie begleitet uns bis ins Erwachsenenalter und wirkt positiv auf Psyche, Körper und Geist.

Dass eine gut ausgebildete Körperwahrnehmung Kinder bei ihren Entwicklungsaufgaben unterstützt, erleben wir im Kita-Alltag täglich. Besonders Naturmaterialien sind dabei ein wertvoller Schatz: Sie laden zum Spielen, Entdecken und Lernen ein – ganzheitlich und mit Leichtigkeit.

Die Kastanienschlange zieht ein

Die Kastanienschlange haben wir durch Michaela Schrandt-Reitz von ProEntspannung kennengelernt. Sie stammt aus der Eutonie-Arbeit nach Gerda Alexander, bei der Körperwahrnehmung und Selbstregulation im Mittelpunkt stehen.

In den Morgenkreis eingeführt, entfaltete sie sofort ihre Wirkung – besonders bei den Kindern unter 3 Jahren:

  • Wie fühlen sich die unterschiedlichen Formen der Kastanien an?
  • Welche Geräusche entstehen, wenn die Schlange bewegt wird?
  • Ist sie leicht oder schwer?
  • Welche Figuren lassen sich auf dem Boden legen?

Schnell wurde deutlich: Dieses einfache, aber besondere Material ist mehr als ein „Spielzeug“. Kinder legten sich die Kastanienschlange auf die Schultern oder Beine, nach dem Motto: „Ich kann mich spüren.“

Beobachtungen aus dem Kita-Alltag

  • Im Morgenkreis half die Kastanienschlange, die Konzentration zu verlängern.
  • In Ruhephasen wurde sie zum Handschmeichler, die Kastanien wurden bewegt, gerollt, gedrückt.
  • In der sozialen Interaktion zeigte sie ihre Stärke: Kinder luden sich gegenseitig ein, die Schlange gemeinsam zu nutzen. Spaziergänge durch die Gruppe – Hand in Hand mit der Kastanienschlange – wurden schnell Teil des Tages.

Diese Beobachtungen zeigen: Naturmaterialien entfalten eine erstaunliche Wirkung, wenn sie achtsam eingesetzt werden. Die Kastanienschlange fördert Fein- und Grobmotorik, regt die Fantasie an, stärkt Sozialkompetenzen und erweitert die kognitiven Fähigkeiten – selbst bei den Jüngsten.

Lust auf eigene Erfahrungen

Die Kastanienschlange macht deutlich, wie wertvoll es ist, bewusst ausgewählte Materialien in den pädagogischen Alltag einzubinden. Mit wenig Aufwand entstehen Impulse, die Kindern helfen, sich selbst wahrzunehmen, miteinander in Kontakt zu kommen und Ruhe zu finden.

Vielleicht fragst du dich jetzt: „Wie könnte dieses Material meinen Kita-Alltag bereichern?“ – Probiere es aus, beobachte die Kinder und entdecke, welche Geschichten sich aus so einfachen Dingen wie Kastanien entwickeln können. Stimme die Kinder gerne mit diesem Reim auf die gemeinsamen Aktivitäten ein:

„Kugel an Kugel, rund und fein,
die Schlange darf dein Begleiter sein.
Fühlen, rollen, staunen, lachen –
so viel kann die Kastanie machen.“

KitaKosmos-Praxisidee: Fingerspiel mit der Kastanienschlange

Kastanienschlange
© FZ AWO Kita Lohausstraße

Reim:
Kugel hier, Kugel da,
die Schlange ist den Kindern nah.
Tasten, fühlen – eins, zwei, drei,
alle machen fröhlich mit dabei.

Kugel rollt, die Schlange lacht,
leise, sanft und voller Pracht.
Fühlen, spielen – ganz geschwind,
die Kastanienschlange freut jedes Kind.
© KitaKosmos

So geht’s:

  1. Start im Morgenkreis
    • Die Kastanienschlange wird in die Mitte gelegt.
    • Die Erzieherin beginnt, den Reim rhythmisch zu sprechen.
  2. Körperwahrnehmung einbauen
    • Bei „Kugel hier, Kugel da“ die Schlange vorsichtig über die Beine oder Arme der Kinder legen.
    • Bei „eins, zwei, drei“ gemeinsam mit den Fingern leicht auf die Schlange tippen.
  3. Gemeinsames Erleben
    • Bei „Kugel rollt“ die Schlange sanft auf und ab bewegen.
    • Bei „die Schlange lacht“ können die Kinder die Kastanien im Stoffschlauch hin- und herschieben.
  4. Abschluss
    • Am Ende dürfen die Kinder selbst ausprobieren: Rollen, drücken, fühlen.
    • Wer mag, kann den Reim mitsprechen oder einzelne Wörter nachahmen.

Der Reim bietet den Kindern eine ritualisierte Begegnung mit der Kastanienschlange: Sprache, Bewegung und Körperwahrnehmung greifen ineinander – genau das, was Kinder unter 3 Jahren brauchen.

Fazit: Kleine Kugeln, große Wirkung

Die Kastanienschlange ist weit mehr als ein gefüllter Stoffschlauch – sie ist ein Impulsgeber für Körper, Geist und Emotion. Besonders bei Kindern unter 3 Jahren zeigt sie, wie einfache Materialien Zugänge zu Selbstwahrnehmung, Konzentration und sozialem Miteinander schaffen können.

Soziales Miteinander durch Kastanienschlange
© FZ AWO Kita Lohausstraße

Als Material aus der Eutonie nach Gerda Alexander eröffnet die Kastanienschlange vielfältige pädagogische Chancen im Kita-Alltag – vom Morgenkreis über Entspannungsrunden bis hin zum freien Spiel. Ihr könnt übrigens auch ein liebevoll gestaltetes Eutonie-Starter-Paket mit einer handgefertigten Kastanienschlange bei uns bestellen, schaut gerne hier vorbei!

Der KitaKosmos freut sich, gemeinsam mit euch die Welt der Naturmaterialien weiter zu erforschen. Bleibt gespannt – im nächsten Beitrag widmen wir uns dem Thema:
„Die Bedeutung des Materials aus dem Blickwinkel der Eutonie.“

Von kleinen Kugeln zu großen Erlebnissen!

Autorin Elena Koslowski
Eure Elena

Kinder Malen mit den Füßen
Categories Allgemein

Heute malen die Füße – Ein kreativer Bewegungsausflug für Körper und Kopf

Stell dir vor, ein Kind malt – aber nicht mit der Hand, sondern mit dem Fuß. Die Zehen umklammern einen Stift, der Oberkörper stützt sich zurück, und mit leisen Bewegungen entstehen bunte Linien auf Papier. Klingt artistisch? Ist es auch – aber vor allem ist es: eine ganzheitliche Körper- und Wahrnehmungsübung mit viel Spaßpotenzial.

Diese besondere Einheit lädt Kinder dazu ein, mit ihren Füßen zu experimentieren, zu gestalten – und dabei den Körper auf völlig neue Weise zu spüren. Ganz nebenbei schult sie Feinmotorik, Körperkoordination und Konzentration – und sie funktioniert wunderbar in altersgemischten Gruppen, von den ganz Kleinen bis zu den Vorschulkindern.

Malen mit dem Fuß – Was im Körper passiert

Beim Malen mit den Füßen wird der gesamte Körper aktiviert – von der Haltemuskulatur über die Bauchspannung bis hin zur Atmung. Dabei ist das Gehirn besonders gefordert: Denn die gewohnte Auge-Hand-Koordination wird „unterbrochen“ – stattdessen wandert jeder Impuls über viele Umwege bis in die Füße. Das ist Konzentrationsarbeit auf neue Art – im wahrsten Sinne des Wortes: Malen von Kopf bis Fuß.

Was dabei passiert, lässt sich auch neurologisch fassen: Das gezielte Greifen mit den Zehen aktiviert neuronale Netzwerke, die weit über das Fußareal hinausreichen – Koordination, Raumorientierung und Körperwahrnehmung (Propriozeption) werden aktiv geschult. In ihrer kindgerechten Form ist diese Aktivität somit ein Training für das Gehirn und den Körper zugleich.

Für jüngere Kinder bedeutet das vor allem eins: spielerisches Entdecken ihrer eigenen Fähigkeiten. Für ältere Kinder ist es oft ein Aha-Erlebnis: „So schwer kann es sein, ein Gesicht zu zeichnen?“ – und schon wird der Fuß zum Künstler.

Auch die Gelenke profitieren – stille Kraftarbeit in den Füßen

Was häufig übersehen wird: Beim „Malen mit dem Fuß“ arbeiten nicht nur Zehen und Oberschenkel – sondern insbesondere auch die kleinen Fußgelenke, die sonst im Kita-Alltag kaum gezielt bewegt oder belastet werden.

Mit den Übung “Fußmal-Zauberer” wird durch die feinmotorische Aktivierung:

  • die Ballenmuskulatur gestärkt, die das Quergewölbe stabilisiert
  • das Großzehengrundgelenk stimuliert, was den Standapparat entlastet
  • das Längsgewölbe des Fußes aktiviert oder entspannt, je nach Bewegung

Das Malen mit dem Fuß stärkt die tiefe Muskulatur, verbessert die Stellung der Gelenke und fördert präventiv die Fuß- und Beinachse.

Auch für die Kleinsten: U3-Kinder vorbereiten

Für Kinder unter drei Jahren steht nicht das gezielte Malen im Vordergrund, sondern das spielerische Erleben von Fußmotorik und Spuren. Schon kleine Zehen können Spuren im Sand, im Rasierschaum oder auf bunter Fingerfarbe hinterlassen.

Kinder malen mit den Füßen
© FZ AWO Kita Lohausstraße

U3-Kinder können:

  •  mit den Füßen durch bunte Pfützen stapfen
  • Schwungspuren im feinen Sand hinterlassen
  • den eigenen Fußabdruck entdecken und bestaunen

Begleitet von Musik, Farben und Bewegung, wird diese Aktion für die Jüngsten ein kleines Fest der Sinne.

U3 Kinder erleben Malen mit den Füßen
© FZ AWO Kita Lohausstraße

Pädagogische & körperliche Ziele der Einheit

Diese Bewegungsaktion ist weit mehr als ein kreativer Spaß. Sie erfüllt wichtige Entwicklungsziele:

  • Feinmotorik & Kraftaufbau
  • Konzentration & Körperkoordination
  •  Selbstwirksamkeit & Kreativität
  • Sinnesförderung
  • Soziales Lernen

Bewegungsimpuls für den Kita-Alltag: Malen mit den Füßen

Zielgruppe: 3 bis 6 Jahre (für U3 anpassbar)
Dauer: ca. 20–30 Minuten
Ort: Bewegungsraum, Flur oder Garten
Material:
– Eine große Papierrolle
– Klebestreifen
– Wachsmalkreiden, dicke Bunt- oder Filzstifte
– Optional: eine kleine Fußwanne für ein duftendes Fußbad, leise Musik

Ablauf der Einheit

Einstimmung & Vorbereitung
Beginne mit einem ruhigen Einstieg – zum Beispiel einem warmen Fußbad oder einem sanften Bewegungslied. Die Kinder „wecken“ ihre Füße, spüren bewusst nach:
„Wie fühlen sich deine Füße heute an? Wollen sie tanzen? Oder lieber malen?“

Aufbau
Die Papierbahn wird am Boden fixiert. Jedes Kind bekommt einen dicken Stift, den es zwischen zwei Zehen klemmt. Größere Kinder probieren selbst, Kleinere bekommen Unterstützung. Wichtig ist: alle sitzen bequem, mit etwas Abstand zueinander, der Oberkörper wird mit den Händen abgestützt.

Malen
Jetzt darf frei und kreativ gemalt werden – mit dem Fuß! Linien, Spiralen, Kreise, Gesichter oder auch der eigene Name: alles ist erlaubt. Auch gemeinsames Staunen über die entstandenen „Fußkunstwerke“ gehört dazu.

Variation: Malen mit dem großen Zeh – ganz ohne Material
Diese Übung funktioniert auch wunderbar ohne Stift und Papier. Setzt euch mit dem Rücken zum anderen: Ein Kind malt mit dem großen Zeh eine Form, ein Symbol oder ein „Bild“ auf den Rücken der Partnerin oder des Partners. Nun ist Raten angesagt:
„Was war das? Ein Herz? Eine Sonne? Ein Kreis? Ein Mond?“
Am besten startet ihr mit einfachen Formen wie Punkten, Linien oder einem Kreis. Diese Partnerübung fördert nicht nur die Körperwahrnehmung, sondern auch das Vertrauen – und das gemeinsame Lachen. Und das Beste: Sie funktioniert zu jeder Zeit, an jedem Ort – ganz ohne Material.

Nachgespräch
Gemeinsames Reflektieren im Kreis:
„Was war leicht? Was war schwer?“
„Wie hat sich das Malen mit dem Fuß angefühlt?“
„Was hast du heute über dich selbst gelernt?“

Abschluss
Nachspüren, die Füße ausschütteln, vielleicht eine kleine Massage. Zum Ausklang ein poetischer Satz für die innere Schatzkiste: „Meine Füße haben heute gezeichnet, was mein Herz gefühlt hat – ganz ohne Worte.“

Der Mehrwert für den Kita-Alltag

Diese Einheit ist kreativ, entwicklungsfördernd und niedrigschwellig. Sie funktioniert mit wenig Material, ist altersübergreifend einsetzbar, regt das Miteinander an und stärkt zentrale Kompetenzen wie Körpergefühl, Koordination und Selbstwahrnehmung.

Fazit: Wenn der Fuß zum Stift wird

„Heute malen die Füße“ – dieser Impuls ist mehr als eine kreative Idee. Er verbindet Bewegung mit Gestaltung, Körperbewusstsein mit Fantasie. Kinder lernen, dass ihr Körper nicht nur Werkzeug, sondern Ausdrucksmittel ist. Und sie erleben: Ich kann etwas erschaffen – mit meinem Fuß!

Kind schafft etwas mit dem Fuß
© FZ AWO Kita Lohausstraße

 

Der KitaKosmos sagt: Bleibt bunt, bleibt barfuß – und lasst euch überraschen, was eure Füße alles können.

Von kleinen Füßen zu großen Kunstwerken!

Die Adventszeit kommt immer näher und sie ist mehr als Glitzer und Geschenke! In unserem nächsten Blogartikel laden wir dich ein durch sanfte Berührungen der Hände Stille, Nähe und achtsames Miteinander mit den Kindern zu erfahren.  In unserem neuen Beitrag zeigen wir, wie liebevolle Handmassagen in der Kita zu kleinen Inseln der Ruhe werden können – mit warmem Öl, sanften Düften und viel Herz.

Autorin Michaela Schrandt-Reitz
Eure Michaela